04/01/2024
"Aua!!!" 🛴💥
Ich bin gestürzt! Mein neuer Roller düst aber ganz schöööön schnell! Ui, mein Knie pocht ganz arg!!!! Ich will mein Knie anschauen – aber ich kann nix sehen. Meine Hose verdeckt meine Haut. Aua!!!!
Da kommt schon Papa. Zum Glück!
Ich weine. Meine Tränen wollen raus. Mein Kopf ist heiß geworden. Es fühlt sich an, als ob mein Knie jetzt kaputt ist. Papa guckt nach, sieht mein Knie und sagt "Nicht schlimm, Leo! Komm aufstehen. Stell dich doch nicht so wehleidig an! Man sieht nix!"
??? Papa, was erzählst du? Es brennt 🔥 und pocht ganz stark... erzähl ich mir selber – unter salzigen Tränen.
Aua. Mein Knie.
"Komm, auf jetzt! Steh auf und fahr weiter! Früher hab ich auch nicht so geheult wie du!"
Ich stehe auf. Und find mich komisch. Warum tut mein Knie so schrecklich weh?! Wenn doch Papa ganz sicher ist, mit meinem Knie wäre alles gut. Also meinem Gefühl kann ich nicht vertrauen. Papa weiß so viel. Deshalb glaub ich ihm.
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Im Erwachsenenalter ist Leo der Auffassung, er selbst muss stark sein und darf nicht schwach wirken. Was er fühlt, weiß er nicht so genau. Er musste schon sehr früh lernen, seine Gefühle zu unterdrücken. Er schämt sich, wenn er traurig ist oder Schmerzen hat. Er erlaubt sich auch nicht, ganz er zu sein. Denn als Kind wurde ihm stets verinnerlicht wie er fühlen muss. Was er tatsächlich gefühlt hat, hat ihm niemand geglaubt. Demnach hat er auch den Glauben in sich und die Verbundenheit zu seiner eigenen Gefühlswelt verloren. Wenn andere sich verletzen, triggert das Leo extrem und äußerst schmerzhaft. In seinem Kopf ploppen explosionsartig die Gedankengänge auf von "Komm, was stellt der/die sich so dämlich an. Ist doch nix passiert!"
Und wenn er dann mitbekommt, wie ein Verletzter liebevoll umsorgt wird, bricht ihm das sein Herz. 💔
Denn da ist er wieder, dieser Schmerz, vom kleinen Leo. Mit dem schmerzenden Knie, dem zerrissenen Herz – und dem grünen Roller daneben ...