12/08/2026
# # # ❤️ WARUM GIBT ES IM FACHHANDEL SELTEN 50, 70 ODER 80 % RABATT?
„Warum gibt es bei euch nur 20 oder 30 % Rabatt?
Andere machen doch 50, 70 oder sogar 80 %!“
Diese Frage hört man immer wieder.
Deshalb möchten wir einmal ganz offen zeigen, **was hinter dem Preis eines Artikels im kleinen stationären Fachhandel tatsächlich steckt.**
Denn ein hoher Aufschlag bedeutet noch lange keinen hohen Gewinn.
# # # 💰 EIN EINFACHES BEISPIEL
Wir kaufen einen Artikel für **50 € netto** ein.
Darauf kalkulieren wir **100 % Aufschlag**.
➡️ Der Artikel steht also für **100 € brutto** im Laden.
Jetzt könnte man denken:
**„Für 50 € eingekauft und für 100 € verkauft – da verdient der Händler ja 50 €!“**
❌ Nein. Genau das ist der große Irrtum.
In den 100 € Verkaufspreis sind bereits **19 % Mehrwertsteuer** enthalten.
**Verkaufspreis brutto:** 100,00 €
**enthaltene MwSt.:** 15,97 €
**Verkaufspreis netto:** 84,03 €
**abzüglich Einkaufspreis:** 50,00 €
➡️ **Es verbleiben 34,03 €.**
Und diese **34,03 € sind noch lange kein Gewinn!**
Davon müssen unter anderem bezahlt werden:
🏠 Ladenmiete und Nebenkosten
💡 Strom und Heizung
📦 Fracht, Transport und Verpackung
🛡️ Versicherungen
💳 EC- und Zahlungsgebühren
💻 Kassensystem, Telefon, Internet und Software
📢 Werbung
📑 Buchhaltung und weitere Betriebskosten
👕 Ware, die lange liegt oder später reduziert werden muss
⏰ und natürlich unsere Arbeitszeit.
**Erst wenn all diese Kosten bezahlt sind, kann überhaupt von Gewinn gesprochen werden.**
# # # 🏷️ UND JETZT GEBEN WIR RABATT …
Unser Artikel kostet regulär **100 €**.
Bei **30 % Rabatt** bezahlt der Kunde nur noch **70 € brutto**.
Nach Abzug der Mehrwertsteuer bleiben **58,82 € netto**.
Der Artikel hat uns aber bereits 50 € gekostet.
➡️ Es bleiben gerade einmal **8,82 €**, um sämtliche weiteren Kosten des Geschäftes zu bezahlen.
Bei **50 % Rabatt** kostet der Artikel nur noch **50 € brutto**.
Nach Abzug der Mehrwertsteuer bleiben **42,02 € netto**.
Unser Einkaufspreis betrug aber bereits **50 € netto**.
➡️ Wir machen schon am reinen Warenwert **7,98 € Verlust**.
Und bei **80 % Rabatt**?
Der Kunde bezahlt nur noch **20 € brutto**.
Das sind gerade einmal **16,81 € netto**.
Bei einem Einkaufspreis von 50 € fehlen uns:
➡️ **33,19 € – aus unserer eigenen Tasche.**
Und Miete, Strom, Versicherungen und alle anderen Kosten sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
# # # ☝️ WAS VIELE EBENFALLS NICHT WISSEN
Als Fachhändler können wir unsere Verkaufspreise auch **nicht immer einfach nach Belieben reduzieren**.
Bei manchen Lieferanten und Marken arbeiten wir mit vorgegebenen bzw. empfohlenen Verkaufspreisen und vereinbarten Rabattgrenzen.
Bei entsprechenden Marken bedeutet das für uns beispielsweise:
➡️ **Bis zu 5 % Preisnachlass** können wir selbst gewähren.
➡️ Möchten wir stärker reduzieren, müssen wir das **mit dem Lieferanten abklären bzw. genehmigen lassen**.
Wenn ein Kunde also fragt:
**„Können Sie da nicht noch etwas am Preis machen?“**
… ist die Antwort manchmal gar keine Frage des Wollens.
Auch wir Fachhändler müssen Vereinbarungen mit unseren Lieferanten berücksichtigen.
# # # 🏬 ABER WARUM KÖNNEN GROSSE HÄNDLER DANN 50, 70 ODER SOGAR 80 % RABATT GEBEN?
Große Handelsketten, Warenhäuser und Discounter kaufen in völlig anderen Dimensionen ein.
Wer von einem Artikel **500, 1.000 oder 2.000 Stück** bestellt, bekommt andere Einkaufskonditionen als ein kleiner Fachhändler, der vielleicht **2, 5 oder 10 Stück** einkauft.
Wir brauchen trotzdem eine Auswahl im Geschäft.
Wir müssen verschiedene Größen, Farben und Modelle vorrätig haben.
Und wir tragen selbst das Risiko, wenn ein Artikel monatelang oder sogar jahrelang nicht verkauft wird.
Deshalb lassen sich diese Geschäftsmodelle nicht miteinander vergleichen.
# # # 💡 UND WIE VIEL MUSS EIN FACHHÄNDLER EIGENTLICH UMSÄTZEN, UM SELBST EIN GANZ NORMALES EINKOMMEN ZU HABEN?
Auch darüber wird selten gesprochen.
Nehmen wir einen normalen Facharbeiter als Vergleich.
Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von rund **4.125 €** können – je nach persönlicher Situation – beispielsweise ungefähr
# # # **2.670 € NETTO IM MONAT**
auf dem Konto ankommen.
Von diesem Nettogehalt bezahlt der Arbeitnehmer anschließend sein Privatleben:
🏠 Wohnen
🚗 Auto
🍞 Lebensmittel
⚡ Strom
👕 Kleidung
🏖️ Freizeit und Urlaub
und alles andere, was zum Leben dazugehört.
Seine Sozialversicherungsbeiträge und Steuern wurden vorher bereits vom Gehalt abgezogen.
# # # BEIM SELBSTSTÄNDIGEN FACHHÄNDLER IST DAS ANDERS.
Auch ein Geschäftsinhaber möchte am Ende vielleicht einfach nur ungefähr **2.670 € für sein Privatleben zur Verfügung haben.**
Aber bevor diese Summe tatsächlich zum Leben übrig bleibt, muss er aus seinem erwirtschafteten Einkommen selbst für seine Absicherung sorgen.
Zum Beispiel:
➡️ Krankenversicherung
➡️ Pflegeversicherung
➡️ Alters- bzw. Rentenvorsorge
➡️ Einkommensteuer
Und **bevor wir überhaupt dort angekommen sind**, müssen natürlich sämtliche Kosten des Geschäftes bezahlt sein.
Bleiben wir bei unserer Beispielrechnung.
Von **100 € Umsatz** bleiben nach Mehrwertsteuer und Einkauf der Ware zunächst nur:
# # # **34,03 €**
zur Deckung aller weiteren Kosten.
Nehmen wir zur Veranschaulichung beispielsweise an:
**3.000 € Betriebskosten im Monat**
* etwa **900 € Kranken- und Pflegeversicherung**
* beispielsweise **500 € Altersvorsorge**
* **2.670 €**, die dem Inhaber tatsächlich zum Leben bleiben sollen.
Das sind bereits:
# # # **7.070 € IM MONAT**
die aus der Handelsspanne erwirtschaftet werden müssen.
Bei unserer Beispielkalkulation bedeutet das bereits ungefähr:
# # # **20.800 € UMSATZ IM MONAT.**
Und dabei ist die persönliche Einkommensteuer in dieser vereinfachten Rechnung noch nicht vollständig berücksichtigt.
In der Realität kann der notwendige Umsatz also noch höher liegen.
Auf ein Jahr gerechnet reden wir damit schnell über:
# # # **250.000 € UMSATZ UND MEHR.**
Nur damit am Ende für den Inhaber ein Einkommen übrigbleiben kann, das mit einem normalen Facharbeiter vergleichbar ist.
# # # ❗ UND GENAU HIER LIEGT EIN GROSSER DENKFEHLER:
**20.000 € Umsatz sind keine 20.000 € Verdienst.**
Von jedem 100-Euro-Schein, der über die Ladentheke geht, wandert ein großer Teil direkt weiter:
➡️ zum Lieferanten
➡️ zum Finanzamt
➡️ zum Vermieter
➡️ zum Energieversorger
➡️ zu Versicherungen
➡️ zur Krankenkasse
➡️ zu Dienstleistern
➡️ oder wieder in neue Ware.
# # # **Der Inhaber steht ganz am Ende dieser Kette.**
Erst das, was dann noch übrig bleibt, ist das Geld, von dem auch er sein Zuhause, sein Auto, seine Lebensmittel, seinen Urlaub und sein ganz normales Leben bezahlen kann.
Und dabei haben wir noch gar nicht über **Krankheit, Urlaub, schwache Monate, Ladenhüter, beschädigte Ware oder zusätzliche Rabattaktionen** gesprochen.
# # # ❤️ UND WAS BEKOMMT IHR DAFÜR BEI EUREM FACHHÄNDLER?
Etwas, das auf keinem Preisschild steht:
**Persönlichkeit, Erfahrung und echte Beratung.**
Wir kennen unsere Ware.
Wir beraten persönlich.
Wir hören zu.
Wir nehmen uns Zeit.
Wir suchen gemeinsam nach Lösungen.
Wir bestellen auch einmal etwas speziell für einen Kunden.
Wir bleiben länger, wenn eine Beratung eben länger dauert.
Wir beantworten Fragen auch **nach dem Kauf**.
Und manchmal investieren wir eine Stunde in eine Beratung und verdienen am verkauften Artikel am Ende vielleicht nur wenige Euro.
# # # Warum machen wir das?
**Weil uns unser Beruf Spaß macht. ❤️**
Weil wir unser Fachgebiet lieben.
Weil wir gerne mit unseren Kunden arbeiten.
Und weil wir möchten, dass es auch morgen noch stationäre Fachgeschäfte gibt, in denen man einen Menschen vor sich hat, der seine Produkte kennt und weiß, wovon er spricht.
Natürlich müssen auch wir Geld verdienen.
Wir müssen unsere Rechnungen bezahlen und auch wir müssen von unserer Arbeit leben.
Aber viele von uns Fachhändlern haben sich ganz bewusst für einen anderen Weg entschieden:
**Persönliche Beratung statt Massenabfertigung.**
**Service statt Anonymität.**
**Fachwissen statt nur Preisschild.**
**Qualität statt Masse.**
**Und manchmal weniger Gewinn – dafür aber ein Geschäft, hinter dem wir mit Herz und Überzeugung stehen. ❤️**
Darum sind **20 oder 30 % Rabatt im kleinen Fachhandel bereits sehr viel.**
Vielleicht denkt man deshalb beim nächsten Schild mit
# # # **„20 % RABATT“**
nicht:
**„Was? Nur 20 %?“**
Sondern vielleicht:
**„Jetzt weiß ich, was diese 20 % für meinen Fachhändler tatsächlich bedeuten.“**
❤️ **Unterstützt euren stationären Fachhandel.**
Denn wir können nur so lange mit Beratung, Erfahrung, Service und Leidenschaft für euch da sein, **wie ihr auch für uns da seid.**
# # # **Euer Fachhandel – nicht immer der Billigste.
Aber persönlich. Fachkundig. Und mit Herz. ❤️**