06/02/2026
2003 reiste ich mit 26 Jahren zum ersten Mal in die Mongolei. Ein Sommer in der unendlichen Weite dieses Landes, unter einem Himmel, der größer war als alles, was ich kannte. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Reise der Anfang einer lebenslangen Liebesgeschichte werden würde.
Nach meinem Studium als Objektdesignerin zog ich Anfang 2004 zurück in die Mongolei – mitten im Winter. Die Kälte war extrem, die Landschaft rau, die Menschen warmherzig. In dieser Zeit lernte ich auch meinen heutigen Mann Durzi kennen. Unsere gemeinsame Liebe zur Mongolei wurde schnell zu einer Liebe zueinander.
Ich begann, mit traditionellen Materialien zu arbeiten: Kaschmir, Filz – und schließlich begegnete ich der Yakwolle. Als ich mir aus acht Fäden Yakwolle einen Mantel entwarf, geschah etwas Unerwartetes. Dieses Material war mehr als warm: Es war ruhig, schwer, erdend. Die Wolle pillte nicht, war beständig, ehrlich – und sie wird nicht geschoren, sondern achtsam ausgekämmt, im Einklang mit den Tieren.
Durzi war über seine Arbeit auch mit Yak-Projekten vertraut. Gemeinsam reifte die Idee, aus dieser besonderen Wolle Kleidung zu schaffen. Wir eröffneten eine eigene Werkstatt und begleiteten jeden Schritt selbst – vom Garn bis zum fertigen Stück.
2007 brachten wir unsere ersten Yakwollprodukte nach Deutschland. Die Resonanz war sofort spürbar: Menschen fühlten die Qualität. Später entschieden wir uns, die Werkstatt zugunsten unserer Familie zu schließen. Die Yakkleidung blieb – als täglicher Begleiter.
2019 kehrten wir zurück: mit neuen Kollektionen, Designmärkten und später unseren Unverpackt-Läden in Bonn. Seitdem entwickeln wir unsere Yakkleidung bewusst weiter, jedes Jahr mehrere Monate in der Mongolei. Durzi kümmert sich um die Herren-, ich um die Damenkollektion.
Nun fügen sich alle Fäden zusammen. Wir sind bereit, unsere Liebesgeschichte weiterzustricken – und sie auf der INNATEX in die Welt hinauszutragen.
BOW TO YAK
Getragen von Yakwolle, Zeit, Hingabe und Liebe.