03/06/2026
Das ist die unbequeme Tatsache über UPF 50+ im Alltag:
Achtung: UPF 50+ gibt es nach UV Standard 801 schlicht NICHT.
Immer wieder sehen wir es – auf Etiketten, in Shops, in Produktbeschreibungen: „UPF 50+ nach UV Standard 801". Das klingt seriös. Das klingt nach Höchstschutz. Und es ist falsch.
Hier die Fakten – direkt von Hohenstein, dem offiziellen Zertifizierungsinstitut für UV Standard 801:
✅ UV Standard 801 kennt diese UPF-Stufen: UPF 10 · UPF 15 · UPF 20 · UPF 30 · UPF 40 · UPF 60 · UPF 80
❌ UPF 50+ existiert nach UV Standard 801 nicht.
Die Angabe „UPF 50+" ist ein Schutzwert aus dem australisch-neuseeländischen Standard AS/NZS 4399 oder der DIN EN 13758-1 – aber nicht aus dem UV Standard 801.
Wer also „UPF 50+ nach UV Standard 801" auslobt, kombiniert zwei verschiedene Normen miteinander – was irreführend ist und in dieser Form nicht korrekt sein kann.
Das Problem: AS/NZS 4399 prüft das Textil neu, trocken und ungdehnt – also in einem Zustand, in dem es kaum jemand trägt. Im realen Alltag verändert sich das Textil sofort:
Nass (Schweiß, Wasser) kann den realen UPF um 30–50% reduzieren. Dehnung beim Sport oder Yoga vergrößert die Maschenweite mechanisch – aus UPF 50 kann reell UPF 25 oder weniger werden. Dazu kommt Alterung durch Wäschen und UV-Exposition, die den Schutz über Zeit weiter senkt.
UV Standard 801 berücksichtigt genau diese Faktoren. UPF 80 nach diesem Standard bedeutet: selbst unter Worst-Case-Bedingungen – nass, gedehnt, gealtert – schützt das Material mit Faktor 80.
📌 Was bedeutet das für dich als Käufer:in? Schau genau hin, welcher Standard auf dem Etikett steht. Und frag nach dem Zertifikat – denn nur ein gültiges Zertifikat von Hohenstein berechtigt zur Verwendung des UV Standard 801-Labels.
UV-Schutz beim Textil ist weder sichtbar noch fühlbar – umso wichtiger ist transparente, korrekte Kennzeichnung.
Quelle: http://uv-schutz.hohenstein.de