23/07/2026
Bei unserem letzten Treffen in der Lerncoach-Ausbildung wurden wir gefragt, welches Thema uns am meisten in Erinnerung geblieben ist.
Es gab viele Aha-Momente, aber am einprägsamsten war für mich unser erstes Treffen. Da ging es um die Haltung als Lerncoach – ein Leitsatz lautet: „Jeder ist Experte für sich selbst.“ Das bedeutet: Jede:r weiß selbst am besten, was er oder sie braucht.
Bis dahin hatte ich bei den Hausaufgaben strenge Regeln: Keine Musik oder Hörspiele, kein Tablet vorher, direkt nach der Schule starten.
Aber wir hatten jeden Tag Ausnahmezustand bei den Hausaufgaben.
Nach dem Treffen dachte ich: Ok, ich lasse meinen Sohn selbst austesten, was für ihn funktioniert. Nur weil ich mich bei Musik nicht konzentrieren kann, heißt das nicht, dass er es nicht kann.
Wir haben ein Experiment vereinbart: Wenn es nicht klappt, führen wir die Regeln wieder ein.
Schon nach ein paar Tagen war ich beeindruckt:
* Wir streiten viel weniger über die Hausaufgaben.
* Mein Sohn: „Jetzt denke ich gar nicht mehr ans Tablet, weil ich weiß, meine 30 Minuten sind schon fast um.“
* Die Hausaufgaben sind viel schneller gemacht.
Aus Lerncoach-Sicht weiß ich natürlich, dass Tablet-Verzicht vorher besser wäre, und ich selbst kann mit textlastiger Musik nicht lernen. Aber ich weiß auch: jeder lernt anders – und jeder muss das für sich selbst herausfinden. Kinder brauchen dabei unsere Begleitung, und wenn etwas nicht funktioniert, können wir den Rahmen wieder enger setzen.
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