21/05/2026
Es war soweit: Meine Kinder waren über das erste Babyalter hinaus. Sie begannen, ihren eigenen Willen zu entdecken. Waren nicht mehr nur kuschelige, anschmiegsame Traglinge, sondern begannen, wütend zu werden, wenn sie etwas nicht bekamen. Und nun – meldete sich mein altes Erziehungsprogramm. Das, was ich erlebt hatte.
Und das war? Zwang. Druck. Verbot. Bestrafung.
Zum Glück war meine Intuition soweit gewachsen, dass ich fühlte: Das kann es nicht sein. Ich suchte also nach Antworten. Was brauchen Kinder? Was hilft, einen einigermassen friedlichen Familienalltag zu kreieren?
Die Antwort: Bindung. Das ist das Grundbedürfnis nicht nur von kleinen, sondern von allen Menschen. Das führte mich zu einer ganzen Weiterbildung zum Thema, vom Entwicklungspsychologen Gordon Neufeld.
Und da zeigte sich bereits die nächste Hürde: Wie bietet man an, was man selbst nicht bekommen hat?
Was, wenn statt der Erfahrung, dass du zutiefst dazugehörst, das immer an Bedingungen geknüpft war? Was, wenn niemand wartete, bis die Reife zur Kooperation da war, sondern mit Druck und Strafe Verhalten erzwungen wurde, das natürlich hätte entstehen sollen?
Und was, wenn die Erfahrung, als Person, als Individuum, wertvoll zu sein, komplett fehlt?
Ja – dann kommt die Suche nach Heilung. Und sie bleibt ein Weg. Das, was so tief gefehlt hat, uns nun selbst zu geben und von anderen Menschen schenken zu lassen, fühlt sich oft einsam an. Nach Arbeit. Was natürlich hätte entstehen müssen, wird zum schmerzhaften Prozess. Schmerzhaft, weil immer wieder klar wird: Das hätte ich DAMALS gebraucht.
Wenn du das auch fühlst – wenn du auch Kinder liebevoll begleitest und dein eigenes inneres Kind mit derselben Erfahrung versuchst, zu nähren – ich seh dich. Wir sitzen im selben Boot. Schön, dass du hier bist.
❤️🩹