09/08/2026
ᛟ VOM SCHAF ZUR WIKINGER-TUNIKA ᛟ
Der Weg von der Wolle zum Kleidungsstück
„Bevor ich zur Tunika wurde, war ich ein Schaf.“
Ich gehörte zu den alten nordischen Kurzschwanzschafen. Diese Schafe waren klein bis mittelgroß, robust und genügsam und konnten mit dem rauen Wetter des Nordens gut zurechtkommen. Zu dieser alten Gruppe gehören beispielsweise verschiedene nordische Landschafrassen. Auch das Ouessantschaf aus Frankreich gehört zu den alten Kurzschwanzschafen und ist für seine Robustheit bekannt.
Mein Fell war mein natürlicher Schutz vor Kälte, Wind und Regen. Für die Menschen war meine Wolle gleichzeitig ein wichtiger Rohstoff. Sie wurde für Kleidung, Decken und andere Textilien verwendet.
Doch bevor aus meiner Wolle eine Tunika werden konnte, lag noch viel Arbeit vor den Menschen.
Von der Wolle zum Garn
Nach der Schur wurde die Rohwolle gewaschen, getrocknet und sorgfältig sortiert. Schmutz, Pflanzenreste und ungeeignete Fasern wurden entfernt. Je nach gewünschter Qualität wurden die passenden Wollfasern ausgewählt.
Anschließend wurde die Wolle mit einer Handspindel versponnen. Dabei entstand aus den einzelnen Fasern ein langer, stabiler Wollfaden.
Das Spinnen war reine Handarbeit und entsprechend zeitaufwendig. Für das Garn einer einzigen Tunika konnten viele Dutzend Stunden Arbeit notwendig sein.
Aus meinem Fell war nun Garn geworden.
Vom Garn zum Stoff – der Gewichtswebstuhl
Nun kam der Gewichtswebstuhl zum Einsatz, ein senkrecht stehender Webstuhl, wie er bereits in der Wikingerzeit verwendet wurde.
Die Kettfäden wurden senkrecht am Webstuhl aufgespannt. An ihrem unteren Ende hingen Webgewichte, meist aus Stein oder gebranntem Ton. Diese hielten die Kettfäden straff.
Der Weber führte den Schussfaden von einer Seite zur anderen durch die Kette. Reihe für Reihe entstand so ein Stück Wollstoff.
Die Arbeit am Gewichtswebstuhl erforderte viel Zeit und Geschick. Jeder Meter Stoff wurde von Hand hergestellt.
Für eine knie- bis oberschenkellange Wikinger-Tunika benötigte man ungefähr 2 bis 3 Meter gewebten Wollstoff. Die genaue Menge hing von der Körpergröße, dem Schnitt und vor allem von der Webbreite des Gewichtswebstuhls ab.
Historische Wollstoffe konnten je nach Qualität ungefähr 200 bis 400 Gramm pro Quadratmeter wiegen. Ein feinerer Stoff war leichter, während ein dichter und schwerer Wollstoff besonders warm und widerstandsfähig war.
Als grobe Größenordnung können für eine Tunika etwa 1 bis 1,5 Kilogramm Wolle angesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine Näherung, denn Wollqualität, Ausbeute, Garnstärke und Stoffgewicht konnten erheblich variieren.
Vom Stoff zur Tunika
Nun wurde der kostbare Stoff zugeschnitten.
Die wichtigsten Teile waren:
Vorderteil
Rückenteil
Ärmel
Geren, also dreieckige Stoffkeile für die seitliche Erweiterung
Die Geren machten die Tunika nach unten weiter und sorgten für einen beweglichen, schwingenden Saum. Gleichzeitig konnte durch diese Schnitttechnik der Stoff im oberen Bereich sparsam eingesetzt werden.
Auch beim Zuschnitt musste sorgfältig gearbeitet werden. Wolle war wertvoll, denn hinter jedem Stück Stoff standen viele Stunden Arbeit.
Danach wurden die einzelnen Teile von Hand zusammengenäht. Dafür konnten Woll- oder Leinenfäden verwendet werden.
Und so endete meine Reise:
Aus dem Schaf wurde Wolle.
Aus der Wolle wurde Garn.
Aus dem Garn wurde auf dem Gewichtswebstuhl Stoff.
Aus dem Stoff wurde eine Tunika.
Wie viel Arbeit steckt in einer Tunika?
Wenn heute jemand eine Wikinger-Tunika trägt, sieht man zunächst nur das fertige Kleidungsstück.
Doch darin steckt weit mehr:
Das Schaf musste gehalten und geschoren werden.
Die Wolle musste gewaschen und sortiert werden.
Die Fasern mussten versponnen werden.
Das Garn musste am Gewichtswebstuhl verwebt werden.
Der Stoff musste zugeschnitten und vernäht werden.
Vom Tier bis zum fertigen Kleidungsstück vergingen deshalb viele Stunden sorgfältiger Handarbeit.
Ich war einmal ein robustes Schaf im Norden.
Dann wurde meine Wolle zu Garn, mein Garn zu Stoff und mein Stoff schließlich zu einem Kleidungsstück.
Vom Schaf zur Wolle.
Von der Wolle zum Garn.
Vom Garn zum Stoff.
Vom Stoff zur Tunika.
So wurde aus einem Teil meines Fells ein Stück Wikingerzeit.om Schaf zur Wikinger-Tunika
Der Weg von der Wolle zum Kleidungsstück
„Bevor ich zur Tunika wurde, war ich ein Schaf.“
Ich gehörte zu den alten nordischen Kurzschwanzschafen. Diese Schafe waren klein bis mittelgroß, robust und genügsam und konnten mit dem rauen Wetter des Nordens gut zurechtkommen. Zu dieser alten Gruppe gehören beispielsweise verschiedene nordische Landschafrassen. Auch das Ouessantschaf aus Frankreich gehört zu den alten Kurzschwanzschafen und ist für seine Robustheit bekannt.
Mein Fell war mein natürlicher Schutz vor Kälte, Wind und Regen. Für die Menschen war meine Wolle gleichzeitig ein wichtiger Rohstoff. Sie wurde für Kleidung, Decken und andere Textilien verwendet.
Doch bevor aus meiner Wolle eine Tunika werden konnte, lag noch viel Arbeit vor den Menschen.
Von der Wolle zum Garn
Nach der Schur wurde die Rohwolle gewaschen, getrocknet und sorgfältig sortiert. Schmutz, Pflanzenreste und ungeeignete Fasern wurden entfernt. Je nach gewünschter Qualität wurden die passenden Wollfasern ausgewählt.
Anschließend wurde die Wolle mit einer Handspindel versponnen. Dabei entstand aus den einzelnen Fasern ein langer, stabiler Wollfaden.
Das Spinnen war reine Handarbeit und entsprechend zeitaufwendig. Für das Garn einer einzigen Tunika konnten viele Dutzend Stunden Arbeit notwendig sein.
Aus meinem Fell war nun Garn geworden.
Vom Garn zum Stoff – der Gewichtswebstuhl
Nun kam der Gewichtswebstuhl zum Einsatz, ein senkrecht stehender Webstuhl, wie er bereits in der Wikingerzeit verwendet wurde.
Die Kettfäden wurden senkrecht am Webstuhl aufgespannt. An ihrem unteren Ende hingen Webgewichte, meist aus Stein oder gebranntem Ton. Diese hielten die Kettfäden straff.
Der Weber führte den Schussfaden von einer Seite zur anderen durch die Kette. Reihe für Reihe entstand so ein Stück Wollstoff.
Die Arbeit am Gewichtswebstuhl erforderte viel Zeit und Geschick. Jeder Meter Stoff wurde von Hand hergestellt.
Für eine knie- bis oberschenkellange Wikinger-Tunika benötigte man ungefähr 2 bis 3 Meter gewebten Wollstoff. Die genaue Menge hing von der Körpergröße, dem Schnitt und vor allem von der Webbreite des Gewichtswebstuhls ab.
Historische Wollstoffe konnten je nach Qualität ungefähr 200 bis 400 Gramm pro Quadratmeter wiegen. Ein feinerer Stoff war leichter, während ein dichter und schwerer Wollstoff besonders warm und widerstandsfähig war.
Als grobe Größenordnung können für eine Tunika etwa 1 bis 1,5 Kilogramm Wolle angesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine Näherung, denn Wollqualität, Ausbeute, Garnstärke und Stoffgewicht konnten erheblich variieren.
Vom Stoff zur Tunika
Nun wurde der kostbare Stoff zugeschnitten.
Die wichtigsten Teile waren:
Vorderteil
Rückenteil
Ärmel
Geren, also dreieckige Stoffkeile für die seitliche Erweiterung
Die Geren machten die Tunika nach unten weiter und sorgten für einen beweglichen, schwingenden Saum. Gleichzeitig konnte durch diese Schnitttechnik der Stoff im oberen Bereich sparsam eingesetzt werden.
Auch beim Zuschnitt musste sorgfältig gearbeitet werden. Wolle war wertvoll, denn hinter jedem Stück Stoff standen viele Stunden Arbeit.
Danach wurden die einzelnen Teile von Hand zusammengenäht. Dafür konnten Woll- oder Leinenfäden verwendet werden.
Und so endete meine Reise:
Aus dem Schaf wurde Wolle.
Aus der Wolle wurde Garn.
Aus dem Garn wurde auf dem Gewichtswebstuhl Stoff.
Aus dem Stoff wurde eine Tunika.
Wie viel Arbeit steckt in einer Tunika?
Wenn heute jemand eine Wikinger-Tunika trägt, sieht man zunächst nur das fertige Kleidungsstück.
Doch darin steckt weit mehr:
Das Schaf musste gehalten und geschoren werden.
Die Wolle musste gewaschen und sortiert werden.
Die Fasern mussten versponnen werden.
Das Garn musste am Gewichtswebstuhl verwebt werden.
Der Stoff musste zugeschnitten und vernäht werden.
Vom Tier bis zum fertigen Kleidungsstück vergingen deshalb viele Stunden sorgfältiger Handarbeit.
Ich war einmal ein robustes Schaf im Norden.
Dann wurde meine Wolle zu Garn, mein Garn zu Stoff und mein Stoff schließlich zu einem Kleidungsstück.
Vom Schaf zur Wolle.
Von der Wolle zum Garn.
Vom Garn zum Stoff.
Vom Stoff zur Tunika.
So wurde aus einem Teil meines Fells ein Stück Wikingerzeit.
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