28/05/2026
Fürth - 28 Jahre lang kleidete Vera Satiro in ihrem gleichnamigen Laden in der Fürth Innenstadt Babys, Kinder und Damen ein. Bald jedoch wird sie ihr Geschäft schließen. Zu groß ist ihre Belastung - und die Sehnsucht nach mehr Freiheit.
Dass Kleidung und Menschen Vera Satiros Leidenschaft sind, merkt man, sobald man in ihrem Laden in der Neuen Mitte steht. Gezielt pickt sie Röcke, Oberteile oder Jacken von den dicht behängten Ständern, um sie ihrer Kundin zu präsentieren und ihr auch noch eine kleine Einweisung zu geben in die weibliche Anatomie - und wie man diese besonders gekonnt in Szene setzt.
28 Jahre lang hat die 61-Jährige mit viel Liebe und Geschick Babys, Teenager und Damen eingekleidet. Aus den Babys von damals sind inzwischen selbst Eltern geworden, einstige Mütter kaufen jetzt für ihre Enkelkinder ein. Ende August aber werden sie sich eine neue Anlaufstelle suchen müssen, denn dann schließt Vera Satiro ihr Geschäft. Leicht ist ihr die Entscheidung nicht gefallen, das merkt man ihr an. Und auch in den kommenden Wochen, wenn viele ihrer Stammkundinnen zum letzten Mal vorbeikommen, werden wohl etliche Tränen fließen.
Und doch: Satiro ist zufrieden mit ihrem Entschluss, denn zu viel ist für sie in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben. „Meine Woche hatte oft 60 Stunden“, sagt sie. Neben Beratung und Verkauf gab es eine kaum enden wollende Flut an Dingen zu erledigen. Laden putzen, Schaufenster dekorieren, Ware auszeichnen, Kollektionen auswählen, Buchhaltung machen und ihren Auftritt auf Social Media gestalten. Viel Zeit für das, was ihr neben der Arbeit am Herzen liegt, blieb da nicht. Dabei, sagt sie, merke sie ganz deutlich, dass der Hunger nach dem, was ihr wichtig ist, größer wird. Urlaube, Menschen, ihre Enkelkinder und Wandern sind einige der Dinge, die sie liebt - und für die sie wieder mehr Muße haben will.
Erlebt hat Satiro während ihrer Zeit in der Fürther Innenstadt einiges. Ursprünglich hatte sie Industriekauffrau gelernt; als Buchhalterin arbeitete sie für den Nürnberger Flughafen. Ihr Herz schlug allerdings schon immer für Mode. Bereits als Kind, als es daheim nur ein kleines Budget dafür gab, schneiderte sie ihre Sachen selbst. Als sie Mutter wurde, wollte sie für ihre Kinder etwas anderes als das, was es von der Stange zu kaufen gab. Fündig wurde sie jedoch kaum, weshalb sie sich selbst an die Nähmaschine setzte oder die Textilien aus Italien bezog. Schließlich reifte in ihr die Idee, ansprechende Kinderkleidung zu erschwinglichen Preisen in einem eigenen Laden anzubieten.
1998 eröffnete sie ihr erstes Geschäft. Auf 30 Quadratmetern fing sie in der Alexanderstraße an. Was als Idee begann, wurde unerwartet zur Existenzsicherung. Als Alleinerziehende musste Satiro den Lebensunterhalt für sich und ihre beiden kleinen Kinder mit dem Laden bestreiten. Ein Umzug in die belebtere Moststraße stand an. Das Angebot von Fiedler, dort als Einkäuferin für die Kinderabteilung anzufangen, schlug sie aus. Sie wählte die unsichere Zukunft in der Selbständigkeit.
Nicht leichter wurde es nach der Umstellung auf den Euro und als sie wegen der Umgestaltung der Fürther Innenstadt 2009 die Moststraße verlassen musste. Überall, erzählt Satiro, waren damals in Fürth Baustellen, aber auch in Erlangen oder Nürnberg ließ sich kein passender Laden finden. Diesen entdeckte sie schließlich in der Alexanderstraße 22, der zur Hallstraße hin fünf Schaufenster hatte. Dort zog Satiro ein und kaufte die Fläche wenig später.
Doch dann zog neues Unheil heran. 2019 wurde der ehemalige C&A neben ihrem Laden abgerissen, um Platz zu schaffen für das „Flair“. Staub und Dreck zogen daraufhin in ihre Räume, hinzu kam ein Wasserschaden - ein neues Domizil musste her. Das Problem: Es gab keinen Leerstand im Zentrum. Lediglich dort, wo Gerry Weber kurz zuvor wegen Insolvenz ausgezogen war, klaffte in der Neuen Mitte eine Lücke. Es gelang ihr, die Fläche zu sichern, auch wenn die Vermieter einen Filialisten bevorzugt hätten. Die Kunden nahmen den Standort gut an, weshalb sich Satiro dafür entschied, auch nach der Sanierung ihres früheren Geschäfts in bester Lage zu bleiben.
Doch dann zog neues Unheil heran. 2019 wurde der ehemalige C&A neben ihrem Laden abgerissen, um Platz zu schaffen für das „Flair“. Staub und Dreck zogen daraufhin in ihre Räume, hinzu kam ein Wasserschaden - ein neues Domizil musste her. Das Problem: Es gab keinen Leerstand im Zentrum. Lediglich dort, wo Gerry Weber kurz zuvor wegen Insolvenz ausgezogen war, klaffte in der Neuen Mitte eine Lücke. Es gelang ihr, die Fläche zu sichern, auch wenn die Vermieter einen Filialisten bevorzugt hätten. Die Kunden nahmen den Standort gut an, weshalb sich Satiro dafür entschied, auch nach der Sanierung ihres früheren Geschäfts in bester Lage zu bleiben.