28/06/2024
Es tut mir weh. Ich habe mich überreden lassen. Meine Tochter wollte im Urlaub vor einem Jahr unbedingt Kleider shoppen und natürlich auch etwas kaufen. Wir haben diese Hose gefunden. Ich glaube, sie hat um die 15 Euro gekostet. Sie hat sie nicht oft getragen. Und jetzt löst sie sich an allen Enden auf. Man kann sie nicht reparieren und auch der Stoff überlebt keine Upcycling-Idee. Es tut mir nicht weh um die Hose. Wir leben im Überfluss und sie hat noch mehr Hosen. Und es war nicht unbedingt ihre Lieblingshose. Auch um die 15 Euro geht es mir nicht. Wie schnell gibt man mal 15 Euro aus ... Was mir weh tut ist die Reise und die Geschichte, die die Hose schon hinter sich hat. Wer selber schon Kleidung genäht hat, weiß wie viel Arbeit es ist so eine Hose zu nähen. Jede Naht ist Handarbeit. Vielfach auch Kinderarbeit. Die Arbeitsbedingungen für Näher*innen in Bangladesch (daher kommt auch diese Hose) sind katastrophal. Nachzulesen unter anderem hier:
Aber schon davor steckt so viel Arbeit und Energie in so einem Kleidungsstück: Baumwollpflanzen benötigen sehr viel Wasser und konventionell angebaute Baumwolle steckt voller Pestizide. Der größte Teil der Ernte wird von Hand gepflückt. Gefärbt werden die Stoffe mit giftigen Chemikalien, Menschen die die Stoffe färben haben keinerlei Schutzausrüstung und stehen barfuß im Gift ... Und viele Kleidungsstücke reisen für jeden Arbeitsschritt von Kontinent zu Kontinent. Kein Preis der Welt kann diesen Weg rechtfertigen. Das einzige, was ich jetzt noch tun kann, ist die Hose zu Mal- und Putzlappen zu verarbeiten.