Paradiseknits by Eva

Paradiseknits by Eva Artwear • textile Arbeiten • Einzelstücke
Kronberg/Ts. • nach Vereinbarung

Nicht ganz T-Shirt. Nicht ganz Pullover. Eher ein Hauch von Nichts. So leicht, dass man fast vergisst, dass man es trägt...
18/06/2026

Nicht ganz T-Shirt.
Nicht ganz Pullover.

Eher ein Hauch von Nichts.
So leicht, dass man fast vergisst, dass man es trägt.

Drei neue Sommerstücke sind gerade fertig geworden. Handgefertigt aus feinstem Mohair, jedes nur einmal vorhanden. Wenn eines davon zu Dir gehört, ist jetzt der richtige Moment.

Ab morgen im Laden und im Online-Shop erhältlich.

23/05/2026

Paradiseknits-Atelier
Nachhaltig, individuell, einzigartig
Open Fr. 14 – 18 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr – und nach Vereinbarung

17/05/2026

Aus getragen wird weitergetragen.
Aus klassisch wird einzigartig.
Aus einem Herrenhemd: Eine Bluse, ein Kleid, ein neues Lieblingsstück.

Upcycling kann vieles.
Zum Beispiel alte Zuschreibungen einfach mit vernähen.

„Live a carefree life with trouble free plastics!”Ein Kunststoff-Werbeslogan, 1953. Ein anderer, für die Kunstfaser Diol...
07/05/2026

„Live a carefree life with trouble free plastics!”

Ein Kunststoff-Werbeslogan, 1953. Ein anderer, für die Kunstfaser Diolen: „So leicht, so strapazierfähig – und auch nach langer Reise tadellos in Form.“

Wir wissen nicht, wie lange der Stoff auf Reisen war, den Heike aus dem Meer gefischt und den wir für unsere Kunst verwendet haben, aber wir vermuten: Ganz schön lange. Tatsächlich braucht Plastik Jahrhunderte, um im Meer zu zerfallen – ohne je ganz zu verschwinden, es wird nur immer kleiner. Mikroklein.
Mehr als ein Drittel allen Mikroplastiks im Meer stammt von Textilien. Und es wird immer mehr.

Lasst uns drüber reden, was man besser machen kann.

Die gezeigten Objekte gehören zur Station 5 unserer Ausstellung „Verstrickt“. Heikes „The Final Wave“ aus Spielzeugmüll und Nurdles, und meine Hemden mit Driftcloth-Applikationen. Die man im Übrigen anziehen kann.
Die Ausstellung „Verstrickt“ ist bis zum 23. Mai 2026 zu sehen.
Freitags von 14 - 18 Uhr und samstags von 11 - 15 Uhr. Und nach Vereinbarung.
Projektraum Paradiseknits, Mauerstrasse 1, Kronberg/Ts.

Kein Wal. Trotzdem gestrandet.  Alles, was wie ein Wasserfall von diesem Pullover herabfließt, wurde von meiner Kunstpar...
03/05/2026

Kein Wal. Trotzdem gestrandet.

Alles, was wie ein Wasserfall von diesem Pullover herabfließt, wurde von meiner Kunstpartnerin Heike am Strand von Kefalonia, Griechenland gesammelt. Vom Schraubverschluss über Spielzeugteile bis hin zu Undefinierbarem. Während ich jedes einzelne Stück durchbohrt habe, um es anbringen zu können, habe ich den Verfall von Plastik in unterschiedlichen Stadien gesehen und gespürt.

Einiges davon dürfte seit Jahrzehnten dort im Meer getrieben oder am Strand gelegen haben. Der Pullover besteht übrigens aus reiner Baumwolle.

Station 4 unserer Ausstellung „Verstrickt“ thematisiert den (Über)konsum, der uns alle betrifft. Mich auch. Wer braucht schon zehn Handtaschen?

Aber Heikes Motto „Man sieht nur, was man weiß“, trifft auch hier zu. Deswegen zeigen wir, was man am Strand oft nicht sieht.

Heikes Beitrag zu dieser Station ist die Hexe „Indestructable“, eine Skulptur aus Plastikteilen, die auf einem Fegefeuer aus Kunststoffscherben steht. Und vermutlich noch lange stehen wird. Kunststoff zersetzt sich sehr langsam, eine Plastikflasche schwimmt geschätzt 450 Jahre im Meer, bis sie zu Mikroplastik wird, das aber nie ganz verschwindet, sondern noch Tausende von Jahren im Gewässer bleiben wird.

Das alles möchte man nicht hören. Ist unangenehm. Verstehen wir. Gebt uns trotzdem ein Like. Denn es ist, wie es ist. Und ändern können wir es nur, indem wir bewusster leben. Ist gar nicht so schwer, es kann auch sehr kreativ und lustig sein, nach Alternativen für Plastik zu suchen.
Welche fallen dir ein?

Weg damit!Und alle Probleme sind gelöst - oder?Das LIFE-Magazin vom 1. August 1955 („Throwaway Living“) zeigte eine amer...
01/05/2026

Weg damit!
Und alle Probleme sind gelöst - oder?

Das LIFE-Magazin vom 1. August 1955 („Throwaway Living“) zeigte eine amerikanische Familie, die freudig Einwegprodukte aus Plastik und Papier in die Luft wirft – ein Fest der Bequemlichkeit. Das Foto wirkt heute sarkastisch und es fiel mir beim ersten Blick schwer, mir vorzustellen, dass der Artikel nicht kritisch oder ironisch gemeint war – im Gegenteil: Er feierte die Wegwerfgesellschaft als positiven Fortschritt und Modernität.

Das LIFE-Magazin präsentierte „Throwaway Living“ 1955 als „Goldenes Zeitalter“, in dem das Aufräumen nach sich selbst als „überflüssige Plackerei“ galt und das Wegwerfen von Einwegprodukten als Zeichen von Fortschritt gefeiert wurde. Die Botschaft war wirklich ernst gemeint: „Warum sich die Mühe machen, aufzuräumen, wenn man alles einfach wegwerfen kann?

Die dritte Station unserer Ausstellung „Verstrickt“ haben wir Verheißung genannt – sie thematisiert die Illusion, dass Fortschritt und Bequemlichkeit ohne Konsequenzen zu haben sind.
Heikes Werk „Startrash“ zeigt die verkleinerte Version ihres „Star of Europe“ (der für Raum und Transport zu groß gewesen wäre, über den es aber viel auf ihrer Homepage zu lesen gibt) – Sie hat dafür in einer europaweiten Aktion Plastikmüll aus allem Mitgliedsstaaten gesammelt.

Mein Mosaik-Pullover mit bunten Fragmente, die wie ein heiliges Fenster wirken, zeigen Plastik im Verfall. Mit gefiel bei diesem Projekt die Möglichkeit, das Schreckliche schön wirken zu lassen.

Die Plastikindustrie hat uns seit den 1930er-Jahren eingeredet, dass Plastik unser Leben „besser“ macht. Siehe die Zitate auf der Tafel. Und es hört noch immer nicht auf.

Zwei Welten, ein Thema. Ich bin sehr verblüfft: Darüber, wie deutlich die aktuelle Collection eines der bekanntesten Mod...
30/04/2026

Zwei Welten, ein Thema.
Ich bin sehr verblüfft: Darüber, wie deutlich die aktuelle Collection eines der bekanntesten Modehäuser zeigt, worum es uns in unserer Ausstellung „Verstrickt“ geht.

Ein Blazer, mit Fischnetzen überzogen. Das sieht kunstvoll aus, und vielleicht bestehen diese Netze nicht aus Nylon oder Polyamid, sondern aus ethisch angebauter Seide, aber sie verweisen, unter dem Narrativ der Label-Nostalgie, auf etwas, das sich unserer Ansicht nach nicht mehr für unbeschwerte Folklore eignet: Mindestens 10 % des Meeres-Plastiks stammt von Fischernetzen, endlos viele Tiere verenden darin.

Ein Kleid, das eine Meerjungfrau darstellen soll. Es ist mit Tausenden künstlicher Muscheln besetzt. Bestimmt bestehen sie aus einem leicht biologisch abbaubaren Material – das hoffe ich zumindest.

Während eines der weltweit bekanntesten Modehäuser Fischnetze und Muscheln als dekorative Elemente einsetzt, gehen wir den genau entgegengesetzten Weg: Für uns sind diese Materialien kein Spielzeug, sondern Denkanstöße. Insignien der Zerstörung. TrashmaidBerlins „The Last Mermaid“ besteht aus gesammelten Nurdles, dem Grundstoff der Kunststoffindustrie.
In meinem Pullover mit dem sonnigen Farbverlauf sind eingearbeitete Obstnetze als Diagramm der Plastikproduktion lesbar – das ist kein Schmuck, auch wenn die Assoziation mit einem romantischen Sonnenuntergang durchaus beabsichtigt ist.

Dasselbe Thema, zwei Welten.

Und ja, die Chanel-Kollektion sieht viel entspannter aus. Wer denkt bei Fischernetzen nicht lieber an unbeschwerte Tage am Strand von Biarritz als an den ganzen Müll, der vor der Küste treibt. Können wir verstehen. Aber wir wünschen uns auch: Dass die Großen der Branche ihre Macht nutzen, um Verantwortung zu übernehmen. Um zu zeigen, was gerade passiert. Dass sie nicht nur mit den Symbolen der Zerstörung spielen, sondern sie bekämpfen. Das schließt ja nicht aus, großartige Mode zu kreieren. Dafür braucht es nur ein bisschen Kreativität.
Wir freuen uns über eure Gedanken – und laden euch ein, unsere Ausstellung zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Bildcredits an Chanel Official und upnextdesigner

Wann wird aus Raub Besitz? Und warum merken wir es erst, wenn alles zu spät ist?Die zweite Station unserer Ausstellung h...
26/04/2026

Wann wird aus Raub Besitz? Und warum merken wir es erst, wenn alles zu spät ist?

Die zweite Station unserer Ausstellung handelt von Landnahme. Es geht um die unsichtbare Aneignung, die bis heute unsere Welt prägt.

Heikes Arbeit „We are nurdles“ ist ein stummer Schrei. Die Sätze„We are Nurdles“ – und „Nobody sees us“ – sind wie ein Echo aus dem Meer: Plastikpellets, die zu klein sind, um sie zu sehen, aber zu zahlreich, um sie zu ignorieren.

Mein Pullover zeigt den afrikanischen Kontinent. Die Konturen sind aus den „Innereien“ von Ghostropes appliziert, Seile aus der Fischerei, die durchs Meer geistern und für viele Tiere zur Bondage-Falle werden. Sie wirken fast schön – und genau das ist das Perfide. Wir dekorieren unsere Ausbeutung. Wir nennen Landraub „Entwicklung“. Wir taufen Kolonialismus „Globalisierung“.

John Locke, der Philosoph der Aufklärung, schrieb im 17. Jahrhundert:
„As much land as a man tills… so much is his property.“
Damit meinte er: Wer das Land bearbeitet, darf es besitzen. Klingt harmlos – bis man versteht, dass „bearbeiten“ hier „ausbeuten“ heißt. Bis man sieht, dass diese Logik die Grundlage für den Raub der Ressourcen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas war. Und dass sie bis heute gilt – nur jetzt mit Plastik, Fast Fashion und Mikroplastik im Meer.

Nurdles sind die unsichtbaren Rohstoffe unserer Zeit – winzig, aber unendlich zahlreich. Sie treiben im Meer, werden von Tieren gefressen, landen in unserem Essen. Und sie sind ein Symbol für das, was wir nicht sehen wollen: Dass unser Reichtum auf der Ausbeutung anderer basiert. Dass wir Land, Menschen und Natur wie Ware behandeln – weil wir gelernt haben, dass alles käuflich ist.

Landnahme beginnt nicht erst mit Gewehren. Sie beginnt mit Worten wie „Eigentum“, „Rohstoff“, „Profit“. Mit der Annahme, dass die Welt uns gehört – und wir mit ihr machen dürfen, was wir wollen.

Die Ausstellung „Verstrickt“ ist bis zum 23. Mai 2026 zu sehen.
Freitags von 14 - 18 Uhr und samstags von 11 - 15 Uhr. Und nach Vereinbarung.

Projektraum Paradiseknits, Mauerstrasse 1, Kronberg/Ts.

Wir haben uns Gedanken gemacht – und sind zu einer unbequemen Erkenntnis gekommen:Die Art, wie wir heute über Plastik sp...
23/04/2026

Wir haben uns Gedanken gemacht – und sind zu einer unbequemen Erkenntnis gekommen:

Die Art, wie wir heute über Plastik sprechen – über Meere, die ersticken, über Klimakrisen, die uns ersticken – ist kein Zufall. Sondern die logische Folge einer Denkweise, die vor Jahrhunderten begann. Und die wir bis heute nicht überwunden haben.

Die aktuelle Ausstellung „Verstrickt“ setzt sich in neun Stationen mit dem Material auseinander, das meiner Kunst-Partnerin Heike als Basis ihrer Arbeit gilt: Plastikmüll. Nicht nur, aber vor allem aus dem Meer.

Natürlich ging es uns nicht einfach darum, aus Plastik etwas zu machen. Uns treibt die Frage nach dem Warum. Nach der Ursache hinter der Ursache. Mit solchen Fragen landet man nahezu immer bei einem System.

Patriarchaler Kapitalismus fußt auf der zentralen Annahme, dass die Natur – inklusive Mensch, Tier und Pflanze – primär als Ressource zur Gewinnmaximierung zu dienen hat. Jeder Respekt vor anderen Lebewesen oder vor den Grenzen ökologischer Systeme wird durch eine Logik von Ausbeutung und Dominanz ersetzt.
Wir haben uns gefragt, wann das eigentlich angefangen hat.

Mein Pullover trägt ein rotes Kreuz mit einer Blutspur. Sie steht für die Gewalt, die mit den Kreuzzügen begann. Damals wie heute ging es nicht um Spiritualität, sondern um Landnahme, Rohstoffraub und die Legitimation von Gewalt.
Legitimation durch Religion, in diesem Fall die christliche. Dafür steht Heikes Kruzifix mit einem Jesus, der auf gelben Plastikscherben „ruht“.

„Macht euch die Erde untertan“ – dieser Satz aus der Bibel ist die Rechtfertigung der Idee, dass die Erde uns gehört. Dass wir sie ausbeuten dürfen. Dass wir respektlos sein dürfen – gegenüber Tieren, gegenüber Menschen, gegenüber der Zukunft.

Und was hat das mit Plastik zu tun? Plastik ist das materielle Erbe eines Systems, das seit Jahrhunderten so tickt: Alles ist Ware. Selbst das, was uns heilig sein sollte. Selbst unsere Heiligtümer treiben heute im Meer.

Die Ausstellung „Verstrickt“ ist bis zum 23. Mai 2026 zu sehen.

Freitags von 14 - 18 Uhr und samstags von 11 - 15 Uhr. Und nach Vereinbarung.
Projektraum Paradiseknits, Mauerstrasse 1, Kronberg/Ts.

18/04/2026

Impressionen der Ausstellung „Verstrickt“ mit Heike Krause /TrashmaidBerlin. Noch bis 23. Mai.

Adresse

Mauerstrasse 1
Kronberg
61476

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