“Oh look at our little Inky Pinky!“ Das war der Ausruf einer schottischen Nachbarin, als sie meine kleine Schwester Inken Pielhau aus dem Auto steigen sah, die mich dort in ihren Schulferien besuchte. Wo ich sehr viel über Schafe, Schafzucht, Schafvlies, Färben und vor allem über Harris Tweed lernte. Dort, wo Lady Dunmore Mitte der 1880iger Jahre den Harris Tweed unter ihren aristokratischen Freun
dinnen in London bekanntmachte. Die Liebe zum Harris Tweed übertrug sich auf meine Schwester, denn später, als Studentin, begann sie, sich Kleidung aus diesem sehr edlen und doch äußerst robusten Stoff zu entwerfen und zu nähen. Als immer mehr Freunde und Bekannte darum baten, ihnen auch ein Stück zu schneidern, da kam meine Schwester Inken auf die Idee, sich in Deutschland mit dem Tweed selbstständig zu machen als „Inky Pinky“. Im Sommer 2010 verstarb meine Schwester, ausgerechnet in dem Jahr, als das Harris-Tweed Markenzeichen, der Reichsapfel mit dem Malteserkreuz, 100 Jahre alt wurde. Seit 2011 führe ich Inky Pinky weiter als Händlerin für Harris Tweed und seit 2015 für Ring-of-Kerry Original Irish Tweed. Im Jahre 2012 habe ich diesen Namen als Label schützen lassen. Sowohl Harris Tweed als auch Original Irish Tweed sind Stoffe fürs Leben – auch wenn ich nicht davon lebe. Mein Geld verdiene ich mit dem Unterricht von Englisch für Kinder und Erwachsene sowie Business English in Firmen. Den Tweed verkaufe ich, um das Werk meiner Schwester Inken fortzuführen. Und um eine wunderbare Ausrede zu haben, mindestens einmal im Jahr ganz gemächlich mit dem Auto und dem Schiff nach Schottland zu den Äußeren Hebriden zu fahren und dort den Tweed persönlich auszusuchen und abzuholen.