30/07/2018
Eigentlich wollte ich nur eine Erklärung darüber abgeben, warum sich „Pick Your Pocket“ nun leise mit einem letzten Statement verabschiedet. Dafür wollte ich ein wenig Zeit investieren um darzulegen, was für Gründe für unser Scheitern verantwortlich sind. Weit kam ich nicht.
Scheitern! Immer wieder bin ich über den Begriff „Scheitern“ gestolpert. „20 Gründe, warum Startups scheitern“, „Was wir vom Scheitern lernen können“ und „Warum Gründer oft schon am Anfang scheitern und was Startups tun können, um erfolgreich zu sein“.
Gründe gibt es viele. So viele, dass man Sie nicht mal ansatzweise in einem dicken Buch auflisten könnte. Jede Situation, jeder Tag einer Gründung und darüber hinaus läuft anders. Viele Dinge sind einfach nicht vorhersehbar. Und doch, hätten wir am Ende einiges anders machen können.
Machen! Einfach machen. Das war die Entstehungsgeschichte von „Pick Your Pocket“. Einfach mal machen und viel Herzblut reinstecken. So viel Herz, dass wir viel zu lange weiter gemacht haben.
Aber wie kann ich filtern, ob mein Umfeld meine Idee „nur“ gut findet, weil man gegründet hat, weil man selbst begeistert ist oder sich mit seiner Idee identifiziert? Da gibt es viele Möglichkeiten, die wir bei unserer ersten Gründung vor lauter Stolz und voller Elan nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten. Wir wussten es einfach besser.
Es war einfach „unser Baby“. Ich denke, hier spreche ich vielen Gründern, Machern und aus der Seele. Es ist einfach, zweifach und sehr oft das ganze Herzblut in eine Idee gesteckt worden, dass man Sie nicht sofort aufgeben möchte. Aufgeben möchte man sowieso nicht. Aufgeben ist keine Option. Pivoten oder eine Neugründung. Das sind Optionen, die das Gründergen jederzeit im Hinterkopf behält.
Heute, sechs Jahre nach der Gründung geben wir bekannt, dass es „Pick Your Pocket“ nicht mehr geben wird. Wir reihen uns damit ein, in eine endlos scheinende Serie von „Pleiten, Pech und Pannen“. Aber wir sind stolz.
Stolz auf sechs Jahre, in denen wir „unser Baby“ nicht allein gelassen haben. Sechs Jahre, in denen wir alles außer Alltag erleben durften. Sechs Jahre in denen wir Fehler machen durften, die uns weder die Existenz noch die Freundschaft gekostet haben. Sechs Jahre, in denen wir mehr gelernt haben, als wir es in einem Studium vermittelt bekommen hätten. Sechs Jahre, in denen wir Menschen kennen und schätzen gelernt haben. Sechs Jahre Fluch und Segen zugleich. Sechs Jahre Spott und Häme neben Schulterklopfen und Glaube an uns. Sechs Jahre, die ich mit niemandem tauschen möchte. Denn !
Wir haben alle Ideen. Wir haben sogar viele Ideen. Wir sollten einfach . Loslegen und die Kraft spüren, welche die Motivation einer eigenen Idee hervorruft. Als Gründer bin ich nicht geboren und vielleicht werde ich als Gründer niemals Erfolg haben. Aber ich habe den Willen und den Mut es so lange zu probieren, bis es klappt.
Als Gründer werde ich weiter machen. Ich werde Ideen generieren und versuchen diese Ideen an den Mann zu bringen. Dafür werde ich Zeit und Kraft investieren, weil es sich richtig anfühlt.
Danke an alle Unterstützer und die, die an uns geglaubt haben.