16/09/2021
Fokus auf stilvolle Beratung
Kerstin Stang von Moden Hedtfeld stattet Damen mit Trend-Mode aus. Ehrliche und kompetente Hilfestellung sind ihr wichtig

Mitarbeiterin Sandra Boßhammer (l.) und ihre Chefin Kerstin Stang beraten die Kundinnen im Modehaus Hedtfeld K. Stang an der Mittelstraße. Bastian Haumann FUNKE Foto Services
Matthias Spruck
Als sich Kerstin Stang vor ziemlich genau zwei Jahren dazu entschloss, das Modegeschäft ihrer damaligen Chefin an der Mittelstraße zu übernehmen, konnte sie nicht ahnen, dass sie die Corona-Pandemie gleich in der Startphase auf eine überharte Bewährungsprobe stellen würde. „Als die Kontakte eingeschränkt und dann noch der Lockdown verhängt wurde, habe ich mir sehr große Sorgen gemacht, ob das eine gute Idee gewesen ist“, räumt die Geschäftsführerin von Moden Hedtfeld heute ein. Aber die über Jahrzehnte gewachsene Beziehung zu den Stammkundinnen hat sich als tragfähig erwiesen.
Heute steht die Geschäftsführerin zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Sandra Boßhammer im kleinen Ladenlokal, Mittelstraße 21, und begrüßt am frühen Vormittag einzeln Kundinnen, die mal eben einen Blick auf die Herbstkollektion des Damen-Modeladens werfen möchten. Insgesamt 63 Quadratmeter, so viel wie ein großzügiges Wohnzimmer, misst der Laden, der schnörkellos eine beachtliche Menge Bekleidung präsentiert, ohne dass es gedrängt wirkt. Im hinteren Bereich gibt es noch ein Lager. Die Geschäftsidee ist so schlicht wie erfolgversprechend: „Wir bieten Mode in den Größen 36 bis 56 an, und das erklärt auch, warum unsere Kundinnen zwischen 20 und 80 Jahre alt sind“, sagt Kerstin Stang. Wenn ein Kleidungsstück gefällt, die passende Größe jedoch gerade nicht da ist, wird es schnellstmöglich besorgt.
Artikel sollen bezahlbar bleiben
Wer weniger kommt, sind ganz junge Frauen. „Die haben in der Regel Größen, wo sie in jedem Modehaus zurechtkommen“, berichtet Mitarbeiterin Sandra Boßhammer. Aber die etwas reifere Frau, die eine etwas abgerundete Figur mitbringt, braucht solche Läden wie Moden Hedtfeld, wo „ehrliche und kompetente Beratung“ stattfindet, wie Kerstin Stang sagt. „Vertrauen und Einfühlungsvermögen, darauf können sich alle Damen, die hier nach der für sie geeigneten Kleidung suchen, verlassen.“
Man könnte vermuten, dass diese Form der Intensiv-Kundenpflege, die durchaus auch ab und zu etwas zeitaufwendig sein darf, auf den Preis der Ware aufgeschlagen wird. „Das machen wir nicht“, winkt Kerstin Stang ab. Dafür seien die Menschen auch zu preisbewusst, also müsse jeder Artikel auch bezahlbar bleiben.
Spenden an Flutopfer
Es ist der Chefin anzumerken, dass sie froh ist, ihr kleines Unternehmen nunmehr ohne angezogene Handbremse führen zu dürfen. Im Hintergrund läuft leise Musik, zwischen den Ständern mit der Trendmode zum Herbst gibt es auch einige Paare Schuhe, Schmuck und modische Handtaschen und Taschen im Angebot. „Stil ist keine Frage der Kleidergröße“, betont Kerstin Stang. Im Idealfall erreichen es sie und die Kolleginnen Boßhammer sowie Claudia Schröter, einer Kundin mit einem kompletten, zu ihr passenden Outfit zu gelangen – wenn das denn gewünscht ist.
Während der Corona-Pandemie blieb trotz des Verkaufs am Telefon, angemeldeter Einzelkundenbetreuung und der Besuche bei den Kundinnen eine Menge unverkaufte Ware liegen. „Die haben wir gespendet an die Flutopfer“, sagt Stang. Kürzlich hat sie bereits die Sommermode für das kommende Jahr gekauft. Die drei Damen von Hedtfeld hoffen, dass dann die Ladentür offenbleiben darf.