Ottilie Stuttgart

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Mc Carthy Hills im Sonnenuntergang. Hier leben wir.Die untergehende Sonne war heute besonders mächtig. Ein unglaubliches...
29/11/2023

Mc Carthy Hills im Sonnenuntergang.

Hier leben wir.

Die untergehende Sonne war heute besonders mächtig. Ein unglaubliches Schauspiel und kann nicht fotografiert werden, da zuviel direktes Licht.

Aber diesen schönen Moment konnte ich einfangen.

Wow, oder.

Trommeln im Art Center vor ein paar Wochen.Einer spontanen Einladung gefolgt und Spass gehabt.Die Kids waren so happy.  ...
24/11/2023

Trommeln im Art Center vor ein paar Wochen.

Einer spontanen Einladung gefolgt und Spass gehabt.

Die Kids waren so happy.

Tomaten auf den Augen...haben alle, die heute die AfD gewählt haben.  Mehr muss ich dazu nicht sagen.
08/10/2023

Tomaten auf den Augen...

haben alle, die heute die AfD gewählt haben.

Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Das heiße EisenRassismus ist für mich ein heißes Eisen. Darüber zu schreiben ist nicht einfach für mich. Zum einen möcht...
26/12/2022

Das heiße Eisen

Rassismus ist für mich ein heißes Eisen. Darüber zu schreiben ist nicht einfach für mich. Zum einen möchte ich es "richtig" machen, zum anderen ist es ein sehr persönliches Thema für mich. In meiner Herkunftsfamilie ist Rassismus allgegenwärtig. Es gibt kein Treffen, bei dem ich mir nicht eindeutige Sätze und Vorurteile anhören muss. Das war schon immer so.

Rassismus ist mir dann, ausser oben genannt, weil ich darum weiss, immer dann begegnet, wenn ich nicht damit gerechnet habe. Diese gemeinen Zwischentöne, dieses selbstverständliche Aburteilen, diese Ignoranz, diese Gefühlskälte.

Ich traf in Accra ein Paar, das seit 35 Jahren durch Afrika reist. Und diese Leute hatten nur verachtende Worte über Bootsflüchtlinge und Afrikaner im Allgemeinen übrig.

Der Arzt in der Tropensprechstunde, die nette Kollegin, die Geflüchtete unterrichtet und dumme Bemerkungen macht. Ehemalige Kundinnen, die mir offen ins Gesicht sagen, dass meine Ehe scheitern wird.
Süsse, weltoffene Traveler, die mich Diskriminierendes über meinem Mann fragen. Der Nachbar im Dorf, der etwas ganz Übles über Migranten sagt, als wir ihn beim Spaziergang treffen. Beim Ausflug im Besen beim Maultaschen essen wird gehetzt, dass es selbst dem Teufel graust.

Und das passiert so ganz nebenbei und zeigt doch, wie stark wir alle geprägt sind.

Wir alle. Was Du etwa auch?
Ja, ich auch.

Ich habe vor ein paar Jahren erkannt, dass ich selbst in einem rassistischen System sozialisiert bin. Dadurch habe ich manches besser verstanden. Davor hatte ich eine klare Abwehrhaltung " Nein, ich doch nicht. Meine Gedanken sind rein". Nein, leider auch nicht.

Was kann man also tun?

Dazu im nächsten Post mehr.

Ghanalife Part IIMich wundert es immer, dass nicht mehr Leute nach Afrika reisen. Dass das für viele so abwägig erschein...
08/10/2022

Ghanalife Part II

Mich wundert es immer, dass nicht mehr Leute nach Afrika reisen. Dass das für viele so abwägig erscheint. Ich spreche nicht vom auswandern, das ist echt ne Hausnummer für sich. Nein, einfach das mal gesehen zu haben. Das ist unvergleichlich besonders. Man muss nur genau hinsehen mit einem wohlwollenden Blick.

Afrika ist einfach so lebendig. Du siehst so viel Mimik. So viele verschiedene Gesichter. Besonders auf Sansibar fiel mir das auf. Nein, nicht das Klischee vom dauerlächelnden Afrikaner. Nein, du siehst alle Varianten des Menschseins. Das kann auch unmittelbar treffen, wie ich in meinem vorletzten Post schrieb.

Hier gibt es wenig Seichtes. Hier ist es wie in Ali Mitgutschs Wimmelbuch.
Wuselig. Wimmelig. Trubelig.

Die Menschen in Ghana sind freier mit ihrem Körper. Das fühle und liebe ich so sehr. Ins Meer geht jeder, wie er will. Meist mit irgendetwas an. Hauptsache nicht n***t, der Rest bleibt dir überlassen. Glaubst du hier wird über Burkinis diskutiert? Nope.

Jedes Mal denke ich, das müssen mehr Leute sehen. Afrika ist so anders, als es bei uns beschrieben wird. Ich liebe ja Accra. Fast kein Expat mag diese Stadt. Jeder sagt "so ein Molloch, so stinkig". Ja, Accra ist kantig, rau, dreckig, unfertig, alles bewegt sich. Alles arbeitet. Nie ist Ruhe.

Langweilig finde ich nur die Reichenviertel. Gated Communities und die Bunker, die wie Gefängnisse aussehen.

In Accra ist die größte Elektromüllhalde der Welt, S***m genannt. Wahrscheinlich liegt dort dein altes Handy.
Ein dystopischer Ort, riesig und unfassbar in seiner Existenz. Mitten in der Stadt. Und gehört deshalb auch dazu.

Wir lieben es durch Accra zu fahren. An der Küste entlang direkt ins Ausgehviertel Osu. Wir holen uns Kaffee beim chilligen Typen mit dem Coffeebike, eine Nudelbox oder gegrillten Mais. Wir fahren ans Meer am Sundays Friends Beach und essen dort und fahren später zurück.

Das ist Accra und ich ❤️ es.

ErwachenNeulich las ich folgendes Zitat: "Dein spirituelles Erwachen beginnt in dem Moment, in dem Du merkst, dass Du ni...
03/10/2022

Erwachen

Neulich las ich folgendes Zitat: "Dein spirituelles Erwachen beginnt in dem Moment, in dem Du merkst, dass Du nicht nur wegen der Arbeit lebst". Gelesen bei Dr. Nicole le Pera (theholisticpsychologist).

Darüber hab ich erstmal nachgedacht.

Ich denke der Satz zielt auf die Glorifizierung von Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft und die damit verbundenen Konsequenzen, wie Unterdrückung der Urbedürfnisse, Vernachlässigung der sozialen Kontakte, Aufopferung und Burn Out usw.

Und Arbeit als Identitätsgeber. Ich arbeite in Firma X, also bin ich.

Für meine Vorfahren bedeutee Arbeit, quasi den ganzen Tag zu arbeiten, bis nachts. Sie waren Bauern und Selbstversorger. Die größte Sorge meiner Oma mit über achtzig war es noch, nicht mehr aufs Feld zu können.

Leben war Arbeit. Arbeit war Leben.

Wer sind wir, wer bist Du, ohne Arbeit? Ohne Titel oder Aufgabe. Vom Tun ins Sein.

Mein persönliches Erwachen begann an einem anderen Moment. Es war der Moment, als ich meine erste Therapie begann. Da war ich 22 und kam frisch von einem tiefenpsychologischem Seminar mit einer unserer Professorinnen. Das Seminar bildete Ehrenamtliche aus in Krisen zu intervenieren.

Es war ein Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich tiefer in meinem Leben graben MUSS und angefangen habe mich mit Selbstheilung zu beschäftigen. Ja MUSS, denn es war so ein lauter Ruf in mir, den ich nicht ignorieren konnte.

Hast Du auch ein ein Erlebnis gehabt, welches Dir bewusst gemacht hat, dass Du etwas in Deinem Leben ändern willst?

Fortsetzung folgt.

GhanalifeLeben in einer anderen Kultur. Manchmal betrachte ich mich von aussen, während ich die Strasse entlang laufe od...
03/10/2022

Ghanalife

Leben in einer anderen Kultur. Manchmal betrachte ich mich von aussen, während ich die Strasse entlang laufe oder etwas einkaufe.

In Accra zu leben bedeutet für mich immer aufzufallen. In meiner Wohngegend bin ich die einzige Weisse. Ja, genau. Die einzige. Mein Mann streitet das ab, es gäbe hier noch andere Europäer. Aber wo sind die? Ich habe sie jedenfalls noch nie hier gesehen.

Wir wohnen am Rande Accras mit Blick auf die Salzfelder, in denen sich so unglaublich schön der Sonnenuntergang spiegeln kann.

Ich meine das jetzt nicht negativ, es ist einfach so, wie es ist.

Neulich trafen wir einen Nachbar, der mir spontan zwei Kokosnüsse geschenkt hat und sich sehr an uns und den Kindern freute. Er war neugierig mit einer Weißen zu sprechen.
Eine nette Begegnung. Ein gutes Gefühl.

In der Sadtmitte wimmelt es nur so von Weissen und es gibt eine grosse arabische Community und einige Chinesen.

Manchmal winke ich jemandem zu, nur weil ich mich freue einen Europäer zu sehen.

In der Innenstadt werde ich bei jedem Besuch nach Geld gefragt. Der Rekord waren neulich sieben Leute an einem Abend. Sobald ich aus dem Auto steige, kommt jemand. "Auntie, auntie. Ich brauche Essen, Wasser, Geld für meine Kinder/Enkel, bitte, bitte".

Sofort fühle ich mich wieder fremd, obwohl mein Mann genauso gefragt wird, weil er ja mit mir gesehen wird. Oder die Leute sagen zu ihm "ein gesegnetes Leben hast du mit dieser Weissen". Dann lachen wir manchmal, aber wenn es nett gemeint ist, ist es eine schöne Aussage.

Generell sind die Leute alle freundlich und respektvoll. Daher fühle ich mich meistens pudelwohl, aber es gibt immer diese Momente, da fühle ich mich soooo so weiss. Weisser als eine frisch gestrichene Wand.

Das nagt an mir, mal mehr mal weniger.
Damit umzugehen gehört dazu.

Ende.

Ok. Dann wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende. Seid froh, macht es euch gemütlich.

Alles Liebe vom anderen Ende der Welt, Lydia

Ich bewundere Dich so...dass Du selbständig bist. Das klingt schön. Ja. Aber mal ehrlich. Mein Angestellten Dasein war u...
03/10/2022

Ich bewundere Dich so...

dass Du selbständig bist. Das klingt schön. Ja. Aber mal ehrlich. Mein Angestellten Dasein war ungefähr so:

Nach 5,5 Jahren Studium und Doppeldiplom erste Anstellung auf einem Abenteuerspielplatz. Die Kommune hat mich mit Gewerbesteuereinahmen vom Konzern mit dem grossen Stern auf der Motorhaube bezahlt, trotzdem unter Tarif. Sorry, not sorry.

Ich war mit zwei Kollegen zuständig für die Aufsicht & für das Programm für 40 bis 50 Kinder täglich. Das hieß viel körperliche Arbeit, Laufen über den grossen Platz, spielen, um die Tischtennisplattte rennen. Ein viel zu hoher Lärmpegel im zu kleinen Spielhaus. Dann noch zusätzliche Projekte usw. Am Wochenende war ich platt, habe oft nicht mal gekocht. Montags hatte ich frei. Stille um mich herum. Migräne kam regelmäßig.

Dann fing das Mobbing an. Die männlichen Kollegen, beide überarbeitet und freudlos, kritisierten mich ständig. Es war nie recht. Die Eltern und Kinder gaben mit stets gutes Feedback und es hat mir Freude gemacht mit ihnen zu arbeiten. Meine Chefin wusste davon und entschuldigte sich bei mir, griff aber nicht ein.
Nach 1,5 Jahren lief der Vertrag aus. Keinen Tag hätte ich es länger geschafft. Ich war gefühlt unten angekommen.

Aber wusste, so etwas mache ich nie wieder. Und dieses Versprechen habe ich mir selbst gegenüber eingelöst.

Dann kam die Idee auf etwas eigenes zu machen. Ich begann erste Visionen in meine Journale zu schreiben. Genug Zeit hatte ich, ich war ja arbeitslos... äh suchend meine ich.

Warum schreibe ich das jetzt?

Heute hatte ich so voll den Flashback, wie mein Leben jetzt ist und wie es mal war.
Gerade sind meine Kids krank und trotzdem habe ich keinen Stress. Ich arbeite hier Schritt für Schritt meinen Kurs fürs Texten durch. Arbeite an der Webseite. Teile mir die Zeit ein. Riskiere weder meine mentale Gesundheit noch arbeite ich mich körperlich in die Erschöpfung rein.

Deshalb war und ist meine Selbständigkeit nur ein logischer Schritt für mich gewesen. Jammern war gestern. Heute wirds anders gemacht.

Hab noch einen frohen Resttag!

Die GeisterbeschwörerinAn einem gewöhnlichen Morgen sitze ich bei meiner Schwiegermutter vor dem Haus im schattigen Inne...
14/09/2022

Die Geisterbeschwörerin

An einem gewöhnlichen Morgen sitze ich bei meiner Schwiegermutter vor dem Haus im schattigen Innenhof in Accra und schlürfe meinen Kaffee. Die Sonne scheint und ich bin recht entspannt.

Da erfüllt plötzlich ein hohes Kreischen die Luft, ein Ton erklingt, den ich noch nie zuvor gehört habe. Eine Mischung aus anhaltendem Geschrei, schrillem Gesang und klirrendem Schreien, es gibt kein passendes Wort dafür.

Etwas Schlimmes muss passiert sein denke ich. Wir treten aus dem Haus und sehen sie. Eine Frau steht mittig auf der Strasse. Sie trägt einen roten knielangen Rock und ein schwarzes Oberteil, sie ist barfuß und an ihrem Knöchel sind kleine Glöckchen um ein Band befestigt. Sie bewegt sich tanzend, dreht sich und hat ein blechernes Ding in der Hand, das zusätzlich Krach macht.

Die Strasse ist ungewöhnlich leergefegt, es ist absolut still, kein Mensch ist zu sehen. Die Frau ist im Mittelpunkt des Geschehens.

Das ist die Geisterbeschwörerin meint mein Mann ganz gelassen. Warum ist sie hier, frage ich.
Felix geht los und erkundigt sich. Tatsächlich haben die Nachbarin die Beschwörerin gerufen. Ihnen wurde ein neu gekauftes Motorrad geklaut, am hellichten Tag. Nun soll die Geisterbeschwörerin dem Dieb klarmachen, dass er freiwillig das Motorrad zurückbringen soll.
Die Frau läuft die Strasse auf und ab, ihre Zeremonie geht noch eine ganze Weile.
Ihre Warnung ist mächtig, ihre Haltung ausdrucksstark. Ich bin beeindruckt.

Jeder hört sie, das ist klar. Sie sieht wie eine Kriegerin aus. Stolz und furchteinflössend.

Das ist Ghana 2022. Moderne Grossstadt trifft auf Tradition.

Wurde der / die Diebe gefunden?. Leider nicht. Das Motorrad blieb verschollen.

Wie ich nach Ghana kam Teil IVUff. Letzter Teil dieser Reise. Danke, fürs bis hierher lesen. Ich halte mich heute kurz. ...
08/09/2022

Wie ich nach Ghana kam Teil IV

Uff. Letzter Teil dieser Reise. Danke, fürs bis hierher lesen.

Ich halte mich heute kurz. Diese Reise endet für mich mit einem happy end. Was verstehe ich darunter? Lass mich erzählen.

Nachdem wir mit dem Mercedesbussen durch wirklich ganz Ghana gefahren waren, verbrachten wir die letzten Tage wieder im Headquarter der NGO in Accra.

Es hieß bald Anschied nehmen von den Leuten, mit denen wir zusammen gearbeitet hatten, mit denen wir Zement und Sand für Mauern angerührt hatten. Mit denen wir zig Wände gestrichen und ganze Schulen und Kindergärten im neuen Glanz zurück gelassen hatten.

Die Organisation plant eine Abschiedsfeier auf der Dachterasse. Die Idee des Leiters A. ist es, dass wir Deutschen unter uns bleiben.
Doch hat er nicht mit unserem Widerstand gerechnet. Einige in der Gruppe stellen sich gegen A. Nicht nur ein paar, wie zu Beginn der Reise.

Also hat die Begegnung etwas bei den Mitreisenden bewirkt. A.s Ängste und Drohungen laufen ins Leere. Mit einem ihr-wisst-was-dann-passiert Blick will A. uns noch abhalten, aber wir gehen schon los und laden die Ghanaer ein.
Unsere Freunde!

Wir feiern unseren letzten Abend vereint mit ihnen und singen, essen und haben ein gemeinsames Programm.

Das ist mein persönlicher Triumph.

Und damit endet diese Geschichte. 🏝

Hast Du mal Rassismus im Alltag erlebt und wie ging es Dir damit?

Wie ich nach Ghana kam Teil IIIUnser Workcamp führt uns nach ein paar Tagen aus der Hauptstadt Accra hinaus einmal quer ...
06/09/2022

Wie ich nach Ghana kam Teil III

Unser Workcamp führt uns nach ein paar Tagen aus der Hauptstadt Accra hinaus einmal quer durchs Land.

In alten umgebauten Mercedesbussen, die erstaunlich geländegängig sind, fahren wir weiter. Ins nächste Dorf, von dort weiter, immer weiter. Wir zelten meist hinter den Bussen direkt in den Dörfern. Machen Halt in der Goldstadt Kumasi, campen am Süsswassersee Lake Busomtwi, pausieren in der ehemaligen Sklavenstadt Elmina an der Goldküste und streichen eine Schule an der Grenze zur Elfenbeinküste.

Die Natur ist atemberaubend schön, eine grüne Urpflanzenwelt wie im Film. Das Aufwachen im Zelt inmitten der tropischen Geräusche ist mir unvergesslich und ich beginne das Land mehr und mehr zu mögen.

Morgens bekommen wir in der Regel eine grosse Wasserflasche und es gibt Bananen ohne Ende zu essen. Das Essen ist karg, die Organisation schafft es nicht uns anständig zu verköstigen. Oft gibt es zum Mittagessen nur Orangen, Brot oder Bananen.

Ich beginne mir Kekse zu kaufen und Nestle Breipulver anzurühren, trinke Cola gegen den Hunger. Ja, ich habe Hunger.
Wir sind in Dörfern, wo uns gekochte Wurzeln mit Tomatensauce vorgesetzt werden, mehr gibt es nicht den ganzen Tag. Dazu plagt mich ein nie endender Durchfall.

Diese Reise fasziniert und stößt mich gleichzeitig ab, wie nichts zuvor. Schönes wechselt sich mit Schrecklichem ab, meine Grenzen werden überschritten, dann wieder erlebe ich Gemeinschaft und blicke in frohe Gesichter. Viele Fragen stelle ich mir abends in meinem Zelt.

Wie gehe ich mit der Armut um, die mir begegnet?

Warum ist der Leiter A. so offen rassistisch und organisiert dennoch jährliche Reisen hierher?

Was ist meine Rolle und was ist der Sinn dahinter?

Frage an Dich: welche Reise hat Dich nachhaltig geprägt, positiv wie negativ gesehen?

Letzter Teil morgen 💝


Wie ich nach Ghana kam Teil IIDer Morgen bricht an, meine Freundin und ich arbeiten mit einer Gruppe Männer zusammen, wi...
06/09/2022

Wie ich nach Ghana kam Teil II

Der Morgen bricht an, meine Freundin und ich arbeiten mit einer Gruppe Männer zusammen, wir mischen die Farbe und fangen an zu streichen. Niemand spricht, offenbar hat der Leiter A. die andere Seite auch gebrieft. Später in der Pause sage ich zu meiner Freundin E., du das macht mir echt gar keinen Spass, wenn wir nicht mal mit denen reden dürfen.

E. sieht das genauso und wir wagen den grossen Regelbruch. Wir sprechen die Ghanaer an. Wir rennen offene Türen ein und die Stimmung ist sofort freudig und gelockert. Die Ghanaer haben nur gewartet, bis wir den ersten Schritt machen. Der Leiter sieht das gar nicht gerne, er prophezeit uns Übles, es könne nur schlecht enden, wenn man sich mit einem Ghanaer befreundet. Spätere Heirat nicht ausgeschlossen.

Noch erstaunlicher ist, dass die anderen in der Gruppe, bis auf zwei weitere Frauen, diese absurde Regel befolgen. Die ganze Zeit über bleiben die Deutschen so weit es geht unter sich. Abends sitzen sie auf der Dachterasse und schreiben Postkarten und reden mit sich selbst.

Und wir sitzen unten bei den Arbeitern und quatschen, lernen uns kennen und machen Spiele. Die Frau des Kochs bringt uns ein Spiel mit Bohnen bei, wir hören wilde Geschichten über Voodoo, wir erzählen von unserem Leben in Europa. Es ist unterhaltsam und ich denke gerne daran zurück.

Überhaupt ist Voodoo ein großes Thema für die Menschen und es scheint in ihrem Alltag einen festen Platz zu haben. Eindringlich bitten sie uns die Geschichten zu glauben. Das tue ich auch. Es bleibt eine fremde und faszinierende Welt, die ich oft zwar nicht ganz verstehe, aber interessiert verfolge.

Eines habe ich also schon gelernt, die Ghanaer sind die freundlichsten, fröhlichsten Menschen. Nichts bringt sie aus der Ruhe oder macht sie wütend.

Immer wieder komme ich mit dem Leiter A. ins Gehege. Er merkt, dass wir uns nicht an seine Grenzen halten und droht uns "die werden euch noch beklauen". Eine leere Drohung, war ich doch schon dabei nach und nach meine Sachen aus meinem wieder aufgetauchten Koffer zu verschenken.

Fortsetzung folgt.

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